Du hast das Recht, deinen Glauben zu finden

Es ist eine Sache zwischen Gott und dir. Niemand kann dir vorschreiben, was du zu glauben hast, auch die nicht, die dich lieben.

Es wird wohl immer Menschen geben, die genau wissen, auch für dich, was richtig ist. Sie haben die Wahrheit auf ihrer Seite, die Wahrheit ist objektiv und fassbar, und alle anderen müssen sie nur begreifen, weil sie sie begriffen haben. Sie werden versuchen, dir dein Recht zu nehmen, dir ein schlechtes Gewissenmachen und dich anklagen, dass du dir einen Gott machst, so wie er dir passt. Und sie werden nicht zugeben, dass auch sie es tun, denn auch sie legen die Bibel und die Offenbarungen aus. Aber sie behaupten von ihrer Auslegung, dass sie die Wahrheit sei. Die Wahrheit, nach der du dich zu richten hast.
feuer
Erinnere dich an dein Recht, das nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verantwortung ist. Du bist für deinen Glauben verantwortlich, was du glaubst, wird dich ganz tief prägen. Durch deinen Glauben wirst du ein ganz gewisses Selbstverständnis entwickeln.

Wenn Gott Leben liebt und fördert, dann hast du das Recht, dich nach einem Glauben zu sehnen, der dein Leben fördert, der dich lebensfähiger macht, und zur Entfaltung deines Lebens beiträgt.

Welch seltsame Ironie, wenn wir meinen, dass Religion oder Glaube das Einhalten von Regeln ist, selbst wenn diese Regeln uns umbringen. Diese Regeln wurden doch aufgestellt, um uns das Leben zu ermöglichen. Jetzt erschlagen sie uns, und wir unterwerfen uns ihnen trotzdem, als wären sie schon das Eigentliche. Vielleicht müssen wir viele Glaubensinhalte über Bord werfen, um an die lebensförderlichen Wahrheiten zu gelangen, die hinter ihnen liegen. In Zartheit entsteht deine ganz persönliche Beziehung zu Gott. Du nimmst ihn auf, so wie es dir möglich ist. Er nimmt dich auf, wie du es verstehen kannst.

Du hast das Recht, die Liebe zwischen Gott und dir vorsichtig wachsen zu lassen.

Text von Ulrich Schaffer