Orientierung
Sich heute orientieren – WORAN?
Wir leben in einer Informationsgesellschaft – das ist uns allen hinlänglich bekannt.
Zu keiner Zeit war die Mehrzahl der Menschen unserer Gesellschaft so gut über Projekte, Taten, Vorgänge, Ideen, Phantasien, Illusionen, … anderer informiert.
Und vermutlich zu keiner Zeit war es so herausfordernd, sich in dieser Vielfalt von Information zu orientieren um den eigenen, ganz persönlichen Weg durch das Leben zu finden.
Was heißt aber dieses sich neu orientieren müssen für mich als Person?
Orientierung wird begleitet von Veränderung. Veränderung kann verunsichern und das gilt es auszuhalten. Sich Orientieren ist auf dem Weg sein und sich bewegen, sich informieren und verschieden Sichtweisen bekommen, hilft Klarheit zu verschaffen um sich schlussendlich zu entscheiden und Stellung beziehen.
Mit Orientierung geht immer auch Vergleichen, Abwägen und Bewerten einher. Ein oft langwieriger Prozess. Sich orientieren unterstützt uns die Vielfältigkeit in unserer Welt wahrzunehmen. Sich neu orientieren hat verschiedenen Seiten und Aspekte, aber immer bleibt die Frage, woran kann und möchte ich mich orientieren. Diese Entscheidung muss jeder schlussendlich für sich fällen.
Und wenn alle Orientierungshilfen ausbleiben für eine persönliche Orientierung, dann könnte die vermutlich älteste Regel hilfreich sein, denn jede/r kann sie anwenden.
Wir finden sie in allen Weltreligionen nur immer ein wenig anders formuliert.
Chinesische Religion
Was du selbst nicht wünscht, das tue auch nicht anderen Menschen an.
(Konfuzius, Gespräche 15,23)
Buddhismus
Ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist, soll es auch nicht für ihn sein; und ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist, wie kann ich ihn einem anderen zumuten? (Samyutta Nikaya V, 353.35-354.2)
Hinduismus
Man sollte sich gegenüber anderen nicht in einer Weise benehmen, die für einen selbst unangenehm ist; das ist das Wesen der Moral. (Mahabharata Xlll:114.8)
Judentum
Tu nicht anderen, was du nicht willst, dass sie dir tun.“ (Rabbi Hillel; Sabbat 31a)
Christentum
Alles was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso. (Mt. 7,12; Lk 6,31)
Islam
Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selbst wünscht. (40 Hadithe von an-Nawawi 13)
Bahai
Wünsche nicht anderen, was du nicht für dich selbst erwünschest. (Bahai)