Leben aus dem Glauben

Ein/e Pfadfinder/in ist verpflichtet gegenüber Gott…?

Baden Powell wählte für seine Jugendbewegung drei Grundsätze, welche er noch vor die Gesetzespunkte stellte. Da ist die Verpflichtung gegenüber Gott, gegenüber den Mitmenschen und gegenüber sich selber.

Gleich der erste Grundsatz ist also: "Die Verpflichtung gegenüber Gott, also Festhalten an den geistigen Grundsätzen eines Glaubensbekenntnisses und Treue zur Religion, der ein Pfadfinder angehört."*

Bereits die Worte "Verpflichtung, Treue, Religion“ sind manchmal schwere Kost...und dann noch in Zusammenhang mit "Gott"...Wie ist das zu verstehen? Vor allem wie und wo soll ein Pfadfinder seine Verpflichtung und Treue zu Gott in einer Religion leben?

Aber was könnte B.P. mit Verpflichtung gegenüber Gott gemeint haben?
Immer wieder erleben wir Menschen, die sich zwar schwer tun mit den Regeln einer Religion, aber im Gespräch über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Gott in besonderen Situationen aufhorchen lassen. Man ist fast verleitet, sie als sehr gläubig zu beschreiben.

Oder ist es eben jene Spiritualität, die das erspüren lässt, was jedem von uns in besonderen Situationen begegnet oder passiert und man weiß nicht, weshalb es einen so betroffen macht, so tief geht und womöglich noch eine Gänsehaut verursacht.

Ich meine, jeder hat das schon einmal erfahren, kann sich an den einen oder anderen besonderen Moment erinnern, bei dem er vielleicht auch erst im Nachhinein dachte,  wer hat jetzt die Finger im Spiel gehabt?

Es passierte einfach an unterschiedlichsten Orten und unter verschiedensten Bedingungen und manchmal passiert einfach auch nichts.

So oder ähnlich lässt sich vielleicht erahnen oder umschreiben, was mit Gott und Glaube an ihn gemeint sein könnte. Glauben an einen Gott der allgegenwärtig und doch oft nur schwer wahrnehmbar ist. Glauben an einen Gott der uns frei entscheiden lässt, aber auch in die Pflicht der Verantwortung für uns selbst nimmt. Einem Gott, dem wir offensichtlich nicht entkommen können.

Ob B.P. das meinte, als er von der Verpflichtung gegenüber Gott zum Grundsatz der Pfadfinderbewegung machte?

Ob dieses Wahrnehmen des in uns wohnenden Glaubens, unserer uns eigenen Spiritualität, die Brücke zu Gott sein könnte?

Ich denke zur Pflege dieser Brücke, also der eigenen Spiritualität bzw. des eigenen Glaubens, fordert B.P.uns Pfadfinder auf mit dem ersten Grundsatz von “der Verpflichtung gegenüber Gott.

Wie bereits angeführt, machte B.P. die Verpflichtung gegenüber Gott, zu einer der drei Grundsatzsäulen seiner Jugendbewegung. Er sah den Punkt nicht als Gesetzespunkt vor.

Als Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs über den Schwerpunkt Leben aus dem Glauben immer wieder oder Der Pfadfinder sucht den Weg zu Gott!

Glaube ist kein Besitz, sondern Weg, Begegnung und eine innere Dynamik auf Gott hin, die uns lebendig hält.

Diese Zeilen stammen von Anselm Grün.
Fürs Spiri-Team: Anita Bonetti 21.6.07

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