Engagement und Freiheit
Engagement bedeutet: leidenschaftliches Eintreten für etwas. Persönlicher Einsatz aus idealistischen Beweggründen, insbesondere das Ausüben einer Tätigkeit außerhalb der beruflichen Betätigung (gesellschaftliches Engagement). Sind unsere Leiter, Gruppenleiter und alle die sich im Pfadfinderwesen engagieren nicht geradezu Musterbeispiele?!
Das ist so und das ist gut so!
Hier geht es allerdings um das soziale Engagement, was für mich heißt: leidenschaftliches Eintreten für meinen Mitmenschen. Und unsere Nächsten sind nicht nur Nachbarn und greifbare Freunde, sondern unsere Pfadfinderbrüder und –schwestern und deren Nachbarn und Freunde weltweit. Was unser Engagement wesentlich erweitert und um vieles spannender macht.
Jeden Tag und jede Minute meines Lebens habe ich die Freiheit mich für oder gegen etwas zu entscheiden. Das ist die Freiheit, die aus der Welt das macht, was sie in jeder Sekunde ist. Diese freie Entscheidung ist die größte Chance für uns und die Welt. Liebe ich meinen Nächsten, so werde ich ihn nicht im Stich lassen und mich für ihn entscheiden.
Manchmal lassen soziale Projekte in fremden Ländern aber auch Zweifel an ihrem Erfolg aufkommen. Veruntreute Spendengelder, Regierungsumstürze, Ermordung von Helfern und so weiter. Da sind gerade wir Pfadfinder in der optimalen Lage, weltweit etwas zu bewegen. Wir arbeiten mit Freunden und Gleichgesinnten in aller Welt zusammen, was fast schon eine Garantie für den Erfolg unserer weltweiten Sozialprojekte darstellt.
Aus meiner Erfahrung weiß ich, daß es manchmal schwierig ist, Leiter oder Elternräte davon zu überzeugen, wie wichtig die Unterstützung eines Sozialprojekts in weiterer Entfernung wäre. Nähe hat nicht nur bei Zeitungsmeldungen oberste Priorität. Darum finde ich es bei Projekten im Ausland überaus wichtig, daß eine Menge an Informationen eingeholt wird, am besten sind persönliche oder schriftliche Kontakte mit Betroffenen oder Projektleitern vor Ort. Hier habe ich wieder die Freiheit das Projekt optimal zu präsentieren, um den anderen eine gute Entscheidung zu ermöglichen. (Was natürlich auch Sozialprojekte im eigenen Dorf oder Land betrifft.) Es ist auch wichtig, die Lage der Bedürftigen zu verstehen. Nicht wichtig ist und war für mich immer die Schuldfrage. Bei einem Unfall ist der Notarzt auch nicht dazu da, um die Schuldfrage zu klären, sondern um allen Beteiligten die bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen.
Mit „freudig helfen – so gut ich kann“ fängt es an und mit der „Freiheit sich für das Gute und die Liebe“ zu entscheiden sollten wir unsere jungen Menschen ins Leben „entlassen“.