Vom ICH zum DU zum WIR

Was ist eine WiWö-Bundesaktion?Logo Bundesaktion 2010

Wir - als „dein” WiWö-Bundesarbeitskreis - wollen damit erreichen, ein bestimmtes Thema direkt an unsere Basis - sprich zu den Wichteln und Wölflingen zu transportieren. Die WiWö-Bundesaktion ist also weder ein nationales WiWö-Treffen am selben Ort noch ein bundesweites „WiWö-Megaevent”. Sie soll dennoch möglichst in alle Pfadfindergruppen Österreichs „wirken” und dort auch etwas „bewirken”.

Das geht nicht ohne deine Hilfe!
Du wirst der „WiWö-Bundesaktion” somit im kommenden Jahr z.B. auf WiWö-Seminaren, Landesaktionen, LeiterInnentreffen, PPÖ-Brief-Artikeln und online auf WiWö-Pedia begegnen. Die vielfältigen Themeninputs ermöglichen dir sowohl eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema als auch eine direkte Umsetzung desselben mit deinen Wichteln und Wölflingen. Ein paar IDEEN findest du in diesem Artikel!

Warum das Thema Frieden?

”Der erste Schritt um Frieden auf der ganzen Welt zu erreichen, ist es, die heranwachsenden Generationen - in sämtlichen Nationen - dafür zu sensibilisieren und in allen Dingen zu einem absoluten Sinn für Gerechtigkeit zu erziehen.”
Dieses Zitat stammt sinngemäß von unserem Gründer Baden-Powell.
Wie du ja vielleicht weißt, hat der WiWö-Bundesarbeitskreis im Jahr 2007 intensiv an der Evaluierung der WiWö-Stufe gearbeitet und diese fertig gestellt. Dabei haben wir unter anderem erkannt, dass das Thema Friedenserziehung - so wie bereits damals B.P. festgestellt hat - auch in der heutigen Zeit wichtig und aktueller denn je ist.

FRIEDEN startet im Kleinen

„Wenn ICH und DU nur ein paar kleine Schritte setzen,
dann können WIR gemeinsam etwas Großes zum FRIEDEN beitragen.“

 

Das Motto unserer Bundesaktion – „Vom ICH zum DU zum WIR“ –

was hat es damit auf sich?


Vom ICH …
Es ist ganz einfach: Frieden startet immer im Kleinen – bei mir selbst. Ich selbst muss zunächst die Veränderung sein, die ich mir für diese Welt wünsche, ansonsten wird die Welt bleiben, wie sie ist. Ich selbst KANN die Veränderung sein, die diese Welt nötig hat. Ich selbst kann es schaffen, dass die Welt ein klein wenig friedlicher wird, egal wie ich ausschaue oder wo ich her komme oder wie alt ich bin. Dabei ist Folgendes wichtig:

  • meine Eigenwahrnehmung, mich selbst besser verstehen lernen
  • das Wissen um meine Gefühle und Reaktionen in bestimmten Situationen
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • eigene Ideen, Kreativität und Phantasie kennen- und schätzen lernen
  • mich selbst als wertvoll erleben und meine Meinung einbringen lernen


"Wollen wir in Frieden leben, muss der Friede aus uns selbst kommen."
Jean-Jacques Rousseau


… zum DU …
Niemand ist ganz für sich allein, völlig unabhängig von allem und jedem. Ich bin immer auf andere, auf ein „Du“ angewiesen. Deshalb ist es wichtig, auf andere zuzugehen, sie als „Du“ wahrzunehmen, mit ihnen zu kommunizieren und sie Schritt für Schritt kennen zu lernen. Das ist nicht immer leicht und oft auch mit Schwierigkeiten verbunden, weil jedes „Du“ eben so ganz anders ist als ICH. Aber es ist sehr wichtig und unumgänglich, damit Gemeinschaft überhaupt möglich wird. Hierbei geht es um folgende Punkte:

  • Das „Du“ des anderen kennenlernen und das Anderssein akzeptieren
  • Kommunikation mit all ihren Möglichkeiten und Schwierigkeiten
  • Kooperation und Interaktion mit anderen
  • Spielerische Verständigung untereinander
  • Andere Meinungen akzeptieren und Kompromisse finden


"Frieden und Freiheit können nur dann unter uns sein, wenn jeder jeden zufrieden und frei sein lässt."
Robert Walser


… zum WIR …
Nur gemeinsam sind wir stark. In Zusammenarbeit mit anderen können wir uns verwirklichen und vieles erreichen, was alleine gar nicht zu schaffen wäre. In einer funktionierenden Gemeinschaft können wir uns einbringen, sind wir aufgefangen und getragen, können wir Kräfte bündeln und Dinge zusammen anpacken. So wird es möglich, gemeinsam durch kleine Schritte einen großen Beitrag zum Frieden zu leisten. Dabei wird das Augenmerk vor allem auf folgende Punkte gelegt:

  • meinen Platz in der Gemeinschaft finden und stärkenLogo Bundesaktion 2010
  • die Vielfalt einer Gruppe als wertvoll erleben
  • Probleme und Konflikte anpacken und bewältigen lernen
  • kritisches Denken fördern
  • gemeinsame Entscheidungen finden und Handlungen setzen


"An dem Tag, an dem wir voller Überzeugung sagen können, dass alle Kinder dieser Welt unsere Kinder sind, beginnt der Frieden auf Erden."
Hermann Gmeiner

Bild: ich-du-wir Würfel

 

 

Wenn du noch Fragen hast, melde dich bitte bei uns entweder im Bundesverband (Barbara Horn E-Mail: wichtel@ppoe.at) oder wende dich direkt an deine WiWö-Landesbeauftragten Cecilia und Patricia (Kontakt)! Wir freuen uns auf eine tolle Bundesaktion 2009/10!


Hier ein paar methodischen IDEEN zum Thema FRIEDEN. Mehr davon findest du auf unserer WiWö-Pedia - also klick dich gleich mal rein!

METHODE: Die freundliche Schachtel

Inhalte / Werte:
"Nettigkeiten" erkennen, beobachten, austauschen
Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, friedliches Miteinander

Vorbereitung:
geeignete Schachtel allein oder mit den Kindern verzieren

Ablauf:
Am Ende einer Heimstunde oder eines Lagertages notiert bzw. zeichnet jedes WiWö etwas, das jemand anderer gesagt oder getan hat, damit es sich wohlgefühlt oder gefreut hat. Die WiWö dürfen auch "Nettigkeiten", die sie bei anderen beobachtet haben, notieren. Die Kärtchen werden in die freundliche Schachtel geworfen und bleiben auch. Nach einigen Heimstunden bzw. Lagertagen werden die Beispiele aus der Schachtel vorgestellt und gewürdigt (es kann aus der freundlichen Schachtel auch ein freundliches Plakat oder Ähnliches entstehen).

METHODE: Weberknoten als Friedensstifter

Inhalte / Werte:
Weberknoten einmal anders, nämlich als Friedensstifter; Freundschaft, Versöhnung

Ablauf:
Von zwei Seiten nähern sich Taue (an zwei Säulen befestigt). Sie lassen sich nicht verknoten. Sie stehen sich wie Fäuste gegenüber. Erst als sich wenigsten an einem Tau ein Ende lösen lässt, ergibt sich eine Chance zur Verknüpfung. Ein „Friedensstifter“ muss wenigstens ein Tau zum „Nachgeben“ bringen, nämlich von seinem „Standpunkt“ loszulassen. Aber auch die andere Seite muss sich öffnen für den Entgegenkommenden.

Der entsprechende Weberknoten lässt beide Taue „gleichberechtigt“: beide halten den jeweils anderen und werden von ihm gehalten. Im Kreuz (-knoten) halten wir den anderen und werden von ihm gehalten.

Es können auch Kurzszenen zum Thema „Streit – Frieden“ gespielt werden, an deren Anfang und Ende immer wieder pantomimisch das falsche und richtige Verhalten am Seil demonstriert wird.

Variation:
Natürlich kannst du im Anschluss an diesen Einstieg auch noch Weberknoten und gekreuzten Weberknoten mit deinen WiWö üben.

SPIEL: Thronfolger

Inhalte / Werte:
Ein friedlicher König, der sich in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt, fängt seinen Thronfolger

Ablauf:
Du brauchst einen Stuhl, eine Bank, eine Kiste oder etwas Ähnliches. Das ist der "Thron". Ein "würdiger" Vertreter wird gewählt und setzt sich auf den Thron. Die übrigen Spieler laufen um den Thron herum und "ärgern" ihren "friedlichen König". Dieser wird irgendwann sauer und fühlt sich in seiner Freiheit eingeschränkt und steigt vom Thron, um einen seiner "Untertanen" abzuschlagen. Gelingt ihm das, tauschen die beiden Spieler die Rollen. Die einzige Möglichkeit für die Gejagten, sich vor dem erbosten König zu schützen besteht darin, mit einer Hand den Thron zu berühren. Dieser gilt als "ausländische Botschaft" und der König darf sie nicht abschlagen. Damit aber die Untertanen nicht ständig um den Thron des Königs "herumlungern", dürfen immer nur zwei Spieler am Thron stehen. Außerdem dauert ihre "Audienz" immer nur so lange, wie man braucht, um bis fünfzehn zu zählen. Die Einhaltung dieser Regel sollte der König persönlich überwachen.

 

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