Von WURZELN und FLÜGELN

Heimat – Grenzenlos – bei den WiWö?!

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Dieses Zitat geht auf Johann Wolfgang von Goethe zurück und passt exakt zum Thema dieser Kompassausgabe. Denn auch wenn die beiden Begriffe „Heimat“ und „grenzenlos“ auf den ersten Blick etwas widersprüchlich zu sein scheinen, so braucht es doch beides im Leben – gerade auch bei unseren WiWö.
Kinder brauchen HEIMAT …
… Wurzeln, Sicherheit, Grenzen, Halt, Geborgenheit, Zuwendung.

Genauso wichtig ist es aber auch, dass Kinder noch etwas sein dürfen, nämlich GRENZENLOS …
… neugierig sein, Risikofreude beweisen, Neues ausprobieren, über sich selbst hinauswachsen können, über den Tellerrand hinausschauen, sich etwas (zu-)trauen, die Welt entdecken.

Und gerade als PfadfinderleiterInnen ist es auch unsere Aufgabe, unseren Wichtel und Wölflingen beides zu schenken: sichere Wurzeln auf der einen Seite, vor allem aber auch grenzenlose Flügel auf der anderen!
Wie kann das gelingen? Folgendes Modell stellt das sehr gut dar:

DAS LERNZONEN-MODELL

Im Zentrum des Modells befindet sich die Komfortzone. Diese Zone stellt das bekannte und sichere Umfeld dar, sozusagen unsere „Heimat“. In ihr bewegen wir uns für gewöhnlich im Alltag. Hier fühlen wir uns sicher und aufgehoben. Sobald wir etwas Neues kennenlernen, begeben wir uns von der Komfortzone in die Lernzone. Das ist immer wieder eine Herausforderung. Denn um die Komfortzone zu verlassen müssen wir Altes und Gewohntes hinterfragen und uns auf neue Wege einlassen. Gerade als PfadfinderleiterInnen sollten wir immer wieder versuchen, unsere Kinder in diese Lernzone zu locken – den Kindern sozusagen „Flügel verleihen“. Denn wenn man immer nur in der Komfortzone bleibt, kann man nie etwas neu entdecken oder dazulernen. Schematische Abbildung der Risiko-, Lern- und KomfortzoneEtwas Neues zu wagen ist aber natürlich auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Wagt man sich zu weit hinaus ins „Unbekannte“, so kann es sein, dass man hilflos und orientierungslos wird, oder dass man einen Schritt zu weit geht, seine eigenen Grenzen nicht richtig einschätzt und sich so selbst in Gefahr bringt. Das wäre dann die Risikozone.

Gerade bei den WiWö ist es wichtig, dass wir unsere Kids sicher aus der Komfort- in die Lernzone begleiten, aber immer darauf aufpassen, dass sie nicht die Grenze zur Risikozone überschreiten. Sicher brauchen Kinder gewissen Grenzen – wenn alles grenzenlos wäre, dann tragen die „Flügel“ vermutlich zu weit und die Kinder stürzen ab. Das müssen wir natürlich verhindern. Wenn wir die einzelnen Zonen gut im Griff haben, wächst unser Komfortbereich langsam an, da das neu Gelernte für uns allmählich vertraut und gewöhnlich wird. Denn: Wer die Komfortzone erweitert, der verschiebt Grenzen. Und was gestern noch Risikozone war, kann morgen schon in der Lernzone sein!
In diesem Sinne: Viel Spaß beim „Grenzen-Verschieben“ mit euren WiWö!

Cecilia Bischofberger, Landesbeauftragte für Wölflinge




Hier noch zwei methodische IDEEN zu unserer laufenden Bundesaktion zum Thema FRIEDEN. Mehr davon findest du unter: www.ppoe.at/leiter/wiwo/wiki - also klick dich gleich mal rein und mach mit! Denn gerade beim Thema FRIEDEN geht es immer wieder um „HEIMAT“ und auch darum, altbekannte Grenzen zu verschieben!!!

SPIEL: Das sture Nashorn

Inhalte / Werte:
Kinder erkennen, dass Freundlichkeit mehr bringt als Gewalt

Vorbereitung:
„Schlagstock“ aus Zeitungspapier vorbereiten

Ablauf:
Das „sture Nashorn“ (= ein Leiter) muss auf die andere Seite des Raumes bewegt werden. Dazu wetteifern 2 Kleingruppen mit Hilfe einer Zeitungsrolle als „Schlagstock“ – der Trick: Das Nashorn reagiert absolut nicht auf Schläge oder Gewalt wie Zerren und Ziehen, sondern nur auf liebe Aufforderungen, bzw. Streicheln oder Bitten! Die Kinder müssen selbst darauf kommen, wie sie das „Nashorn“ am schnellsten bewegen – nämlich ohne Gewalt!

METHODE: Wir hängen alle zusammen

Inhalte / Werte: 
Integration, Gruppengefühl steigern, optische Wahrnehmung schärfen 

Ablauf:
Ein Mitspieler stellt sich in die Mitte des Kreises. Er ruft einen anderen Mitspieler zu sich, der ein äußeres gleiches Merkmal hat. Dieser hängt sich an und ruft einen weiteren Mitspieler zu sich. Beim Zu-sich-Rufen wird auch das äußere Merkmal genannt. Das Spiel wird so lange gespielt, bis alle Mitspieler an der Kette beteiligt sind.

Variation:
Die Kette bewegt sich (Eisenbahn). Der jeweils letzte Waggon ruft ein Merkmal, das auf mehrere noch sitzende Mitspieler zutreffen kann. Derjenige von diesen, der sich nun als erster anhängt, darf mitfahren.

 

Unser erster WiWö-Hock im neuen Jahr findet übrigens am Montag, den

18. Jänner 2010

wie immer auf der Neuburg statt. Dort werden wir uns auch erste Gedanken zur Landesaktion im Mai machen. Sei dabei!
Für Fragen und Wünsche sind wir natürlich jederzeit offen, melde dich einfach! Wir hoffen, du bist gut ins neue Jahr 2010 gestartet und freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen!

Dein WiWö-Landesteam, Cecilia und Patricia (Kontakt)

 

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