„Gsoizn“ in Salzburg …

... oder wie der Dusselschal seinen Besitzer verlor

WiWö-BundesleiterInnenlager 2009

Audienz bei Bischof RupertFoto von den Teilnehmern beim Frühstück
Am Morgen des 27. August brachen 25 Vorarlberger WiWö-LeiterInnen (was immerhin über ein Viertel der TeilnehmerInnen stellte!) zum diesjährigen BuWiWöLeiLa nach Salzburg auf. Nach einem kurzen, gesalzenen Empfang am Zellhof wurde mit dem Aufbau der Zelte und Schlafstätten begonnen, wobei eine gewisse schwarze Jurte aus dem Westen verwunderte Blicke auf sich zog, da sie nur halb aufgebaut werden konnte. Der „Sprecher“ der Jurte erklärte jedoch, dass diesem Umstand ausschließlich das Bedürfnis nach romantischem Seeblick und nicht etwa Vergesslichkeit zu Grunde lag – wer’s glaubt! Nach dem Abendessen wurde zur Audienz bei Bischof Rupert gebeten, der das Lager offiziell eröffnete, ein bisschen Grundlegendes zum Motto „Gsoizn“ erklärte und den Dusselschal in Umlauf brachte. Anschließend lud er zu einem gemütlichen Lagerfeuer, wo schon bald die Post abging („Gehen wir auf Quietschie-Jagd!? Ich hab keineeeee Angst!“).

Das Ritual um den Schal
Zur Erklärung: Der Dusselschal ist ein Schal, der zu einer Art „Wandertrophäe“ geworden ist. Er wird immer dann zur nächsten Person weiter gereicht, wenn dieser unfreiwillig etwas Dusseliges, Komisches oder Tollpatschiges passiert. Der Dusselschal ist seit Jahren ein gut gehütetes Ritual eines jeden WiWö-BuLeiLas und feierte heuer seinen zehnten Geburtstag.

Gesalzene Missionen in Salzburg
Am anderen Morgen in aller Herrgottsfrühe (Frühstück um halb Sieben!!!) wurden die TeilnehmerInnen in Bussen nach Hallein gebracht, wo sie in einem Salzbergwerk bei einer Führung von und mit „Salty Joe“ Infos über die Salzgewinnung erhielten. Nach einer kurzen Mittagspause auf der „Katz“ unter der Festung Hohensalzburg wurden kleine Gruppen ausgesendet mit der Mission, viele Fässchen mit Salz zu füllen, da dem Bischof dieser Reichtum leider ausgegangen war. Dies sollte jedoch auf unkommerziellem und möglichst kreativem Wege geschehen und obendrein noch fotographisch festgehalten werden. So bekamen alle am Abend Fotos von singenden, bittenden, schwitzenden, sich übergebenden, raubenden und natürlich lachenden PfadfinderInnen auf Salzmission durch Salzburg präsentiert.

Foto von etlichen Schlauchbooten inkl. Besatzung auf deinem SeeVon kaltem Sturm und heißem Drang der Liebe
Während der Fotopräsentation änderte sich das bislang so sonnige Wetter schlagartig. Es begann stark zu regnen, was jedoch bekanntlich keinen waschechten Pfadfinder vom Lagerfeuer abhält. Mit dabei am Lagerfeuer war auch der Dusselschal mit seinem momentanen Träger (Name der Redaktion bekannt). Der Träger des Schals, der dem Feuer trotz Regen treu blieb, versuchte sich von Außen zu wärmen. Dies misslang jedoch und so blieb ihm nur, sich stattdessen mit Hopfentee von Innen zu erwärmen. Als aber die gärende Wirkung des Tees einsetzte, wurde es zuviel der Wärme für Träger und Schal. Sie beschlossen, einen Spaziergang zu machen. Was dann geschah ist nicht genau bekannt, vermutet wird jedoch dass sich das Halstuch des Trägers und der Dusselschal unsterblich ineinander verliebten, da der Träger sowohl Schal als auch Halstuch engumschlungen auf der Wiese am Ufer des Sees zurück ließ. Da der Schal jedoch noch nicht volljährig ist, galt dieses Vergehen als radikale Verletzung der Aufsichtspflicht und wurde streng bestraft....

Alles rund ums „weiße Gold“
Am nächsten Morgen wurden die zwei Liebenden mutterseelenallein aufgefunden, was erste Gerüchte in Gang setzte. Es blieb jedoch keine Zeit zum Überlegen, denn man setzte sich weiter mit dem Rohstoff Salz, dem „weißen Gold“, auseinander. Es wurde auf dem Grabensee gegen Salz-Piraten bekämpft, Salzteigfiguren geformt, Salz gesiedet, Salzfässer gebaut und Beautysalzmasken aufgetragen. Nach dem Abendessen lud der Bischof zu einer Weißbierverköstigung ein, bei der 8 Biersorten probiert wurden – erstaunlicherweise schmeckte Erdinger Weißbier ALKOHOLFREI ganz vielen am besten. Die Stimmung war heiter, was sich allerdings schlagartig änderte, als ein Mönch aus dem Organisationsteam mit ernster Miene um Ruhe bat. In seinen Händen hielt er den Dusselschal und das Halstuch in den Farben blau/rot (verdächtigerweise aussehend wie ein Rankler Tüachle). Der Träger war somit sehr schnell ausfindig gemacht und bekam als Buße eine Runde Küche putzen und die Dichtung einer Ode an den Dusselschal (Text separat abgedruckt) auferlegt, welche am Lagerfeuer präsentiert werden musste. Das Lager klang mit Gitarrenklängen aus, der Dusselschal blieb bei seinem Träger. Am anderen Morgen wurden die Zelte und die – aus Wettergründen mittlerweile vollständige – Jurte abgebaut. Der Schal wurde sicher verstaut und die TeilnehmerInnen reisten zurück in ihre Heimat. Es bleibt DANKE zu sagen den Organisatoren für die gesalzene Action, der Küche der es um die Wurst ging und den TeilnehmerInnen aus (fast) ganz Österreich, Bayern und Südtirol für ein unvergessliches Wochenende. Bis nächstes Jahr (vermutlich) in Burgenland, oder?

Bericht von S.B. (ganzer Name der Redaktion bekannt)

 

Die Ode an den Dusselschal

Melodie: „Die alten Rittersleut“
Text: A. D. (genauer Name der Redaktion bekannt )

Zum Buleila, es war einmal, gab es so nen Dusselschal.
Den hot bald da Andi kriagt – und denn hot er’s voll … verbockt.

Ref.:
Jo so war’s, jo so war’s, jo so war’s – er hot den Schal verlor’n.
Jo so war’s, jo so war’s – den Dusselschal verlor’n.

Er hot nur a halbe Jurte mit, doch s’Lager isch an volla Hit.
Mir hond a supr Gaude ka – wär do net der Dusselschal.

Ref.

Am nögschta Tag beim Postenlauf waren alle super drauf.
Nur s’Wetter war a bizzle deppat – es hot da Dusselschal verregnat.

Ref.

Und die Moral von der Geschicht: Verlier da Dusselschal bloß nicht!
Sus kasch putzo und o singa – drum b’halt i ihn hüt sicher ah!

 Foto Mönch mit Dusselschal  Foto Möncht tauscht Pfadfindertüchle gegen Dusselschal  Foto ein Teilnehmer des Buwiwöleila erhält den Dusselschal

Mehr dazu findest du auf der Bundeshomepage, mehr Fotos in unserem Fotoalbum!

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